UNKRAUT – einfach essen

Aus der Not eine Tugend machen!


Obwohl ich eine eher lässige Gärtnerin bin, ärgere ich mich dennoch über Brennnesseln, Giersch & Co. Von mir wurde dies bislang als Unkraut bezeichnet. Und weil ich dem vielen Unkraut in meinem Garten nicht Herrin werde, habe ich mich entschieden es einfach zu essen. Selbstverständlich kann man nicht jedes Unkraut essen. Ich werde euch hier nach und nach einige Rezepte zusammenstellen, die ich in Selbstversuchen getestet habe.

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Unkraut welches man essen kann:

  • Löwenzahn
  • Giersch
  • Brennnessel
  • Bärlauch
  • Knoblauchrauke
  • Wiesenschaumkraut

GIERSCH – die Vitamin C Bombe

Erntemonat: März – September
Inhaltsstoffe: Vitamin C , Vitamin A, ätherische Öle, Bor, Cumarine, Eisen, Flavonglykoside, Harze, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Saponine, Titan
Wirkung: entzündungs­­hemmend, antibakteriell, antimykotisch, entsäuernd, harntreibend, kräftigend
Hilft bei: Erkältungen, Frühjahrsmüdigkeit, Gicht, Hämorrhoiden, Hexenschuss, Blasenentzündungen, Husten, Insektenstiche, Ischias, Krampfadern, Rheuma, Verbrennungen, Verstopfung, Zahnschmerzen

Giersch gehört neben dem Bärlauch zu den Pflanzen, welche im Frühling zuerst spriessen. Wenn die grünen Gierschteppiche erscheinen, ist auch der Frühling nicht mehr weit. Früher wurde Giersch als Heilpflanze sogar absichtlich angebaut, und wurde besonders gegen Gicht verwendet.

Er gehört zur Familie der Doldenblütler, wie z. B. auch Möhren, Pastinaken, Kümmel, Petersilie und Dill. Giersch enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Er besitzt bis zu dreizehnmal mehr Mineralstoffe als das Superfood Grünkohl. Der Vitamin-C-Gehalt viermal höher als in Zitronen!

Ich esse hauptsächlich die frühen Blätter und die Dolden. Beides kann roh oder gegart zubereitet werde, Z. B. als Salat, in Suppen, als Spinat-Ersatz, auf Pizza, in Aufstrichen, im Smoothie und als Pesto. Ich verwende vorzugsweise die jungen Blätter, da ältere manchmal faserig sind, besonders nach der Blüte. Durch regelmäßiges Ernten treiben immer wieder junge Blätter nach.

Superfood LÖWENZAHN, nicht so bitter wie gedacht

Erntemonat: März – September
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Triterpenoide, Phytosterine, Mineralien und Spurenelemente (Calcium, Natrium, Kieselsäure, Schwefel, Kalium, Zink, Kupfer), Flavonoide, Phenylcarbonsäuren, Cholin, im Frühjahr viel Vitamin C, Aminosäuren, Schleime, Fructose.
Wurzel: Inulin, Carotinoide, Vitamin E, Vitamin B-Komplex
Wirkung: entzündungs­­hemmend, antibakteriell, antimykotisch, entsäuernd, harntreibend, kräftigend
Hilft bei: Erkältungen, Frühjahrsmüdigkeit, Gicht, Hämorrhoiden, Hexenschuss, Blasenentzündungen, Husten, Insektenstiche, Ischias, Krampfadern, Rheuma, Verbrennungen, Verstopfung, Zahnschmerzen

Löwenzahn gilt als sehr gesundes Lebensmittel. Die jungen, zarten Löwenzahnblätter schmecken gar nicht bitter, und können jeden Salat pimpen, und mit wertvollen Inhaltsstoffen aufwerten. Löwenzahn enthält gesunde Bitterstoffe, Mineralien und Vitamine. Bitterstoffe sind leider in der heutigen Zeit Mangelware, sie werden einigen Lebensmittel industriell entzogen. Da sie die Entgiftung des Körpers fördern, sollte man allerdings nicht darauf verzichten.

R E Z E P T: Löwenzahnsalat mit Walnüssen und Apfel

  • ZUTATEN:
  • 1 Handvoll junge Löwenzahnblätter
  • 80 g Walnüsse
  • ½ Apfel
  • Dressing:
  • 2 EL Olivenöl
  • Zitronensaft
  • 1 EL Honig oder Rübensirup
  • Salz und Pfeffer

ZUBEREITUNG:
Die Löwenzahnblätter gut waschen und trocken schleudern. Den Apfel vom Kerngehäuse befreien und in Stücke schneiden. Walnüsse leicht, in einer Pfanne anrösten – kein Öl verwenden. Sie sollen leicht bräunlich werden, aber nicht verbrennen! Für das Dressing alle Zutaten mit einer Gabel verschlagen. Zum Servieren einfach den Löwenzahn mit dem Dressing vermengen und die Walnüsse darüber streuen.

Bärlauch

Barbarakraut – die frischen Blätter enthalten sehr viel Vitamin C und schmecken lecker nussig-scharf
Knoblauchrauke – schmeckt leicht nach Knoblauch, allerdings etwas fruchtiger
Wiesenschaumkraut – müsst ihr mal testen, schmeckt leicht senfig
Brennnesseln – super viele Mineralstoffe und Vitamine
Rainkohl – die jungen Blätter können als Salat genutzt werden, Blüten als essbare Deko

Ich stelle fest, dass das Wort Unkraut diesen Kräutern nicht den Respekt zollt, die sie verdient hätten. Sie haben oft einen nicht zu unterschätzenden Nährwert, viel Vitamin C und Mineralien. Außerdem findet man sie im Wald und auf Wiesen, oder im eigenen Garten. Nehmt nicht die vom direkten Wegesrand, da kann auch mal Hundepipi drauf sein. Und wascht die Kräuter gut! Viele eignen sich hervorragende zur Zubereitung von Salaten, Kräuterquark, Pestos oder als Gemüse. Von diversen Kräutern kann man Tee zubereiten, dem man heilende Wirkungen zuspricht. Von nun an bezeichne ich mein Unkraut als Wildkraut!

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