Eine Blumenwiese anlegen

„Faul sein ist wunderschön, denn die Arbeit hat noch Zeit“, singt Pippi Langstrumpf! Faul sein ist noch schöner, wenn man wie ich, gerade im Liegestuhl entspannt und anderen bei der Arbeit zuschaut. Ich mähe seit einem Jahr keinen Rasen mehr und schaue nun wie Bienen und Schmetterling fleißig Nektar auf meiner neuen Blumenwiese sammeln.

Ich hatte mich letztes Jahr entschieden einen Teil meines Rasen als Blumenwiese anzulegen, zum einen um die Artenvielfalt zu fördern und zum anderen weil ich es so halte wie Pippi Langstrumpf.

Vorbereitung für eure Blumenwiese

Es gibt im Handel fertige Blumenwiesen-Mischungen zu kaufen. Manchmal besteht auch die Möglichkeit, sich eine individuelle Mischung selbst zusammenzustellen. Der Handel bietet einjährigen Mischungen, die im Folgejahr noch einmal gesät werden müssen. Die mehrjährigen Mischungen erreichen zwar oft nicht die Farbigkeit kurzlebiger Blumenmischungen, sind jedoch besser geeignet, wenn Flächen dauerhaft begrünt werden sollen.

Der beste Zeitpunkt zur Aussaat ist das Frühjahr, zwischen März und Mai. Dann macht ihr folgendes:

  1. Die Erde umgegraben und somit lockern, vorhandenes Gras und Unkräuter entfernen.
  2. Ist der Boden schön locker, könnt ihr die Blumenwiese anlegen bzw. die Saat ausstreuen.
  3. Als nächstes wird die Saat in den Boden geharkt, sie darf nicht tief im Boden sein
  4. Dann plättet ihr die neue Blumenwiese. Ich nehme dafür immer ein Brett welches ich nach und nach verschiebe, und dann darauf trete um die Saat in den Boden zu drücken. Das ist wichtig, weil die Saat dann durch Wind nicht wegfliegen kann. Anschließen wässern. Für die nächsten Wochen muss das Saatbett außerdem immer feucht gehalten werden, damit die Samen schnell keimen können.

Ich liebe Klatschmohn!

Pflege muss sein

Da sich im Boden generell viele ungeliebte Unkräuter verbergen, ist es ratsam, zwei bis drei Monate nach der Aussaat zum erste Mal zu mähen. Die neu gesäten Blumen werden dabei zwar gekürzt, sie treiben aber anschließend gut aus und werden dichter. Das tut weh aber muss sein. Wiederholt das Mähen dann noch mal im Herbst. Im zweiten Jahr ist nur noch eine einmal Mähen im September notwendig. Das Schnittgut wird am besten abgeharkt und kompostiert.

Wie mache ich aus eine vorhandenen Rasen eine Blumenwiese?

Da ich bereits einen Rasen habe, und keine Lust hatte diesen komplett umzugraben und dabei alles vorhandene Grünzeug zu entfernen, habe ich mich für diese Version entschieden welche allerdings mehr Geduld voraussetzt. Einen Erfolg seht ihr dann erst im zweiten Jahr.

Ein bestehender Rasen lässt sich prima auf natürliche Weise in eine blühende Blumenwiese verwandeln. Dafür müssen ihr erst mal das Düngen einstellen und eine Wildblumenmischung leicht einstreuen. Die nährstoffbedürftigen Gräser wachsen auf ungedüngten Böden dann nur noch schlecht, während sich Wildblumen unter diesen mageren Bedingungen zunehmend durchsetzen. Wenn ihr durchhaltet, dann kann sich das Ergebnis allerdings sehen lassen: Es entsteht eine natürliche Wiese mit einer unbeschreiblichen Blütenpracht!

Die ersten Jahre braucht eure Blumenwiese etwas Hilfe, bevor die Natur den Rest allein erledigt. Irgendwann werden von Vögeln oder vom Wind herangetragene Samen von heimischen Blumen und Wildkräutern Fuß fassen. Ihr werdet immer mal kahle Stellen in der Blumenwiese entdecken, diese einfach aufharken und Blumensamen einsähen. Giessen nicht vergessen!

Wer ungeduldig ist kann auch einige vorgezogene Pflanzen ausbringen. Die Samen werden in einem Topf vorgezogen, bevor sie in die Rasenfläche gepflanzt werden. Man sollte die einzelnen Arten mischen, so, dass es schön bunt wird.

Ich habe auch einige Male Kräuter und Blumen z.B. von Nachbarn und Freunden bekommen und sie in meine Blumenwiese gesetzt. Seid nicht enttäuscht wenn diese die Köpfe hängen lassen. Es kann sein, dass sie im ersten Jahr aussehen als würden sie eingehen, allerdings kommen sie im nächsten Jahr wieder hervor.

Blütenvielfalt auf eurer Blumenwiese – Schmetterlinge danken es euch

Blumenwiese im Garten, was zu beachten ist:

  1. Eine Blumenwiese kommt nicht ganz ohne Pflege aus. Sie muss ab und zu gemäht werden.
  2. Ihr benötigt etwas Geduld für eine schöne Blumenwiese.
  3. Entscheidet euch ob ihr eure Blumenwiese ganz neu anlegen oder aus dem vorhandenen Rasen eine Blumenwiese gestalten wollt.
  4. Eine Blumenwiese sollte nicht betreten werden, deshalb nur Teile des Gartens als Blumenwiese umgestalten

F A Z I T :
Wer Natur mag und etwas für die Artenvielfalt, Insekten und Vögel tun möchte ist mit einer Blumenwiese gut beraten. Ganz ohne Pflege kommt eine Blumenwiese allerdings nicht aus, jedoch werdet ihr langfristig viel Freude an der Blütenvielfalt und dem neuem Leben in eurem Garten haben. Lasst euch überraschen was die Natur so alles hervorbringt wenn man sie einfach nur lässt.

Zugegeben – sieht wild aus, aber die Skrupel zu Mähen nehmen ab, wenn man einige Pflanzen stehen lässt

Das Mähen der Bumenwiese

Eigentlich mag man seine Blumenwiese garnicht mähen. Selbst wenn das Gras bereits braun geworden und umgekippt ist, finden sich dazwischen immer noch wunderbar blühende Pflanzen. Mein wilder Oregano steht noch in voller Blüte, ebenso die prächtige Nachtkerze, und einge Mohnblüten sind noch zu sehen. Das möchte ich mir und den zahlreichen Insekten nicht vorenthalten. Also mähe ich „drumrum“. Schaut selbst! Nun kann ich auch wieder meine Feuertonne sehen, die bisher so eingewachsen war, das ich sie nicht nutzen konnte.

4 Gedanken zu “Eine Blumenwiese anlegen

  1. Klasse. Ich liebe Blumenwiesen. Ist eine sehr schöne Anregung hier. Aber woher bekomme ich „Blumenwiesen-Mischungen“? Baumarkt? Aldi? Oder aus dem Internet! 😉

    1. Hi Mark, danke für dein Interesse. Die Samen bekommst du in der Tat manchmal beim Discounter, weil Blumenwiesen ziemlich angesagt sind. Ansonsten natürlich im web. Achte darauf, dass es indigene Samenmischungen sind, das heißt nur einheimische Pflanzen.

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