Den passenden Architekten finden

Ich möchte an mein Siedlungshaus anbauen, und habe bereits die ersten Ideen wie so ein Anbau aussehen könnte. Nun muss ich für mein Projekt einen Architekten finden.
Doch wie kann ich den passenden Architekten finden, der bereit ist mit mir mein Mini-Projekt zu realisierten, undgleichzeitig auf meine Wünsche und Bedürfnisse eingeht?

Zum Glück habe ich in meinen Bekanntenkreis einige Architekten. Also wäge ich ab, wer irre genug sein könnte mit mir das Projekt zu planen, wer unkonventionellen Lösungen gegenüber offen ist, um die Ecke denken kann, und berücksichtigt, dass mein Budget für den Anbau begrenzt ist.

Ich entscheide mich für Jörn Simonsen.
Also verabreden wir uns auf Kaffee und Kuchen bei mir. Ich erzähle ihm erst mal von meinem Finanzplan, nämlich etweder den Anbau oder einen Teil des Bestandshauses zu vermieten, um später meine Rente aufzubessern. Außerdem muss ich ihm „fast“ mein Alter verraten, damit er weiss, dass bis zu meiner Rente nicht mehr ganz so viel Zeit ist.

Im Nachhinein stelle ich fest, das die Zusammenarbeit mit einem Architekten fast ein bißchen intim ist. Man sollte schon ein bißchen im Bekanntenkreis nachfragen ob es Empfehlungen gibt, und dann muss nur noch die Chemie stimmen. Außerdem sollte man seinem Architekten gegenüber offen sein, es gibt drei Dinge, die euer Architekt wissen sollte. Ich bin sicher mit Jörn Simonsen einen passenden Architekten für mein Projekt gefunden zu haben.

Mit dem Architekten eine Lösung finden

Erster Entwurf von Jörn Simonsen. Anbau an eine Siedlungshaus – Doppelhaushälfte

„Ich weiss schon genau was ich will“, sage ich, und lege meine Zeichnung auf den Tisch – so etwas im coolen Bauhaus-Design. Ich erkläre ihm, das ich auf keinen Fall so anbauen möchte wie die Nachbarn, weil mir die Anbauten an die anderen Doppelhaushälften alle zu mächtig seien. Dort wurde ausschließlich direkt ans Dach gebaut, d. h. , das Dach wird aufgerissen und ein „Klotz“ rangesetzt.

Jörn nickt, stellt mir noch einige Fragen und zeichnet etwas auf seine Pergamentrolle, die er immer dabei hat.

Einige Tage später trinken wir wieder Kaffee und essen Kuchen. Er sagt, dass, laut Bebauungsplan, eigentlich kein Anbau in meiner Siedlung möglich ist, und das die Nachbarn wohl alle Ausnahmegenehmigungen bekommen haben.

Dann zeigt er mir seinen Entwurf und erklärt ihn. Kein Bauhausdesign, kein Klotz am Haus, sondern ein kleines Haus mit Verbindung zum Haupthaus. Der Entwurf sieht sehr skandinavisch modern aus, und darüber freue ich mich.

Er rät mir ein Modell zu bauen, um mir die Größenverhältnisse besser vorstellen zu können.

Meine Doppelhaushälfte wurde 1958 als Siedlungshaus geplant. Das Prinzip damals war, möglichst schnell, für kleine Familien ein Zuhause zu schaffen. Hinter jedem Haus gibt es einen großen Garten, der damals zum eigenen Gemüseanbau dienen sollte. Außerdem habe viele Siedlungshäuser einen Schuppen hinterm Haus. Jörn nannte den Entwurf „Der kleine Bruder vom Haupthaus“. Ich nenne es: Kleine Schwester!

Da, wie bereits erwähnt, eigentlich keine Bebauung zulässig ist, schlug er vor erst mal zur Bauberatung zu gehen. Das ist eine offene Sprechstunden der Stadt Hamburg, bei der man Fragen stellen kann.

1. Entwurf von Jörn Simonsen

3 Dinge, die euer Architekt wissen sollte

1. FINANZIERUNG – Wie hoch ist mein Budget

Wer schon mal eine Immobilie gekauft oder gemietet hat, weiß, dass, wenn einem ein Objekt besonders gut gefällt, das vorher gesetzte Preislimit nur noch eine sekundäre Rolle spielen kann. Beim Bauen ist die Emotionale Komponente somit nicht zu unterschätzen, deshalb ist es wichtig, dass der passende Architekt immer euren Finanzplan im Fokus hat, und auch mal den Mut hat, eure Begeisterung, für z. B. eine besonders tolle teure Fassadengestaltung, zu dämpfen.

2. DESIGN – Wie soll mein Anbau innen und außen aussehen

Wenn ihr euren Zahnarzt nicht ausschließlich nach der Auswahl der Architektur-Zeitschriften im Wartezimmer auswählen wollt, empfehle ich Pinterest als gutes Kommunikationsmittel eurem Architekten mitzuteilen was ihr mögt. Man kann dort Pinnwände anlegen, die ihr mit eurem Architekten teilen könnt. So bekommt er einen Eindruck wie ihr euch, z. B. die Innengestaltung, Bad, Farbgestaltung etc., vorstellt.

3. TRAUM – das möchte ich unbedingt

Man stellt im Bau-Prozess fest, dass man dem Budget zollend, auf einige Wünsche verzichten muss. Mindestens einen Traum solltet ihr euch erfüllen. Sei es eine goldene Toilette, eine loftähnliche Wendeltreppe, eine Fensterbank auf der man liegen kann…

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