Die Bauberatung und der Bauvorbescheid

Hamburg bietet diese Bauberatung für jeden Bezirk an. Es handelt sich um eine offenen Sprechstunde, ohne Anmeldung, bei der man Fragen zum jeweiligen Bauprojekt stellen kann. Die Beratung kostet Gebühren, ca 35,- EURO pro angefangener halber Stunde.

Eigentlich ist so eine Bauberatung sehr zu empfehlen, jedoch hatte wir wohl die falsche Bauberaterin. Die junge Dame schaute sich unsere Pläne garnicht richtig an, konnte nicht zuhören, und sagte immer nur, das ich garnicht anbauen darf, weil nämlich der Bebauungsplan dies nicht zulässt. Sie war in keiner Weise dazu bereit eine Lösung zu suchen oder uns zu helfen.
Den einzigen Tipp, den sie uns gab war, einen Antrag auf Bauvorbescheid zu stellen. Dazu gäbe es am Counter Anträge, die man ausfüllen müsse, und zusammen mit den Plänen, in fünffacher Ausführung, wieder an die Baubehörde schicken müsse.
Die Bearbeitung dauere ca. drei Monate.

Bauvorbescheid beantragen

Wenn man nicht sicher ist, ob das, was man Bauen möchte, auch so genehmigt wird, kann man erst mal einen Bauvorbescheid stellen. Das läuft so wie ein normaler Bauantrag, nur zahlt man weniger Gebühren. Diese werden dann später beim richtigen Bauantrag verrechnet.

Da in dem Bebauungsplan meiner Siedlung kein Anbau vorgesehen ist, andere aber (vermutlich über eine Ausnahmegenehmigung) angebaut haben, haben mein Architekt Jörn Simonsen und ich uns dazu entscheiden einen Bauvorbescheid-Antrag zu stellen. Die Formulare dazu bekommt man bei der Baubehörde. Uns wurde bei der Bauberatung gesagt, das man sie ausgefüllt, mit dem Plänen zusammen, in fünffacher Ausführung, dort einreichen müsse.

Das habe ich getan, und für 85,- Kopien gemacht, diese gefaltet, zusammengeheftet und ordentlich verpackt. Um sicher zu gehen, habe ich sie persönlich bei der Baubehörde vorbei gebracht. Die Dame am Counter schaute gleich alles durch und sagte es fehle noch der offizielle Antrag auf Vorbescheid. Den hatten wir schriftlich formuliert. Behördenmäßig galt das nicht, und wir mussten noch ein Formular ausfüllen. Ich habe dies dann einige Tage später nachgereicht.

Ich erfuhr später von einem Mitarbeiter, das man den kompletten Bauvorbescheid-Antrag auch online einreichen kann.

Tipp zum Antrag auf Vorbescheid: Man kann viele Formulare online bekomme und z. T. auch online ausfüllen und versenden. Bevor ihr alles mehrfach kopieren lasst, schaut mal ins web oder fragt einen Sachbearbeiter bei der Behörde.

Wer mich kennt, weiß, das Geduld nicht gerade zu meine Tugenden gehört. Als nach drei Monaten nach der Antragstellung immer noch kein Bescheid kam, habe ich dort angerufen. Ich hatte einen Sachbearbeiter am Telefon, der mir sagte, ich solle mir die ganze Sache noch mal überlegen, weil das so nicht ginge. Ich könne es ja so machen wie ein Nachbar, der gerade mal 15 qm angebaut hat.

Er schlug mir vor den Vorbescheid zurück nehmen, dann würde ich Kosten sparen.

Natürlich habe ich das nicht getan, und darauf bestanden den Vorbescheid zu bearbeiten. Zwei Monate später, nach diversen Telefonaten und emails, die z. T. seitens der Behörde postalisch beantwortet wurden, habe ich die Ablehnung bekommen. Ich hatte mehrmals darum gebeten, die 4 Fragen, die wir im Vorbescheid formuliert hatten zu beantworten. Das wurde auch gemacht, alle wurden nur beantwortet mit: „Nein, wird nicht genehmigt“!

Kann man bei der Baubehörde Widerspruch einlegen, wenn man eine Ablehnung beim Bauvorbescheid oder Bauantrag bekommen hat?

Ich möchte hierzu anmerken, das ich Verständnis habe, das in Zeiten des Baubooms und der niedrigen Zinsen, die Behörden sehr überlastet sind. Jedoch habe ich mich über das eigenartige Kommunkationsverhalten gewundert. Mails werden telefonisch beantwortet (mailbox), ein Rückruf meinerseits (mailbox Behörde) wird postalisch beantwortet. Ich schreibe einen Brief, der wiederum per mail beantwortet wird.

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