5 nachhaltige Bodenbeläge – für euch ausgesucht und beschrieben!

Das wichtigste Einrichtungselement ist der Boden. Wir kommen ihm körperliche nahe, und besonders wenn kleine Kinder da sind, sollte der Bodenbelag von nachhaltiger und ökologischer Qualität sein. Und da uns ein Boden so lange begleitet, sollte die Wahl auch gut überlegt sein.

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Leider sind, wie so oft, umweltverträgliche, nachhaltige Bodenbeläge teurer, und man ist verführt doch die günstigere Variante zu wählen. Bodenbeläge, die aus PVC bestehen, enthalten giftige Chemikalien, die über die Jahre ausdünsten. Neben der Auswahl des eigentlichen Materials ist es zudem wichtig, auch auf die Pflege oder Bearbeitung durch Farben, Lacke und Klebstoffe zu achten. Auch die können gesundheitsschädlich sein.

Nicht nachhaltige Bodenbeläge wie z. B. Laminat oder Vinyl sind nicht recyclebar, und verrotten viele Jahre auf der Müllkippe oder werden verbrannt. Dabei entstehen giftige Dämpfe.

Fakt ist, dass ein umweltverträglicher, nachhaltiger Bodenbelag auf den ersten Blick teurer ist, aber man muss auch bedenken, dass man eine Entscheidung trifft, die oft 20 Jahre oder länger im Wohnraum verbleibt.

(Foto oben: zmh.com / Guido Schiefer / BHW Bausparkasse)

LINOLEUM: Stilvoll und umweltfreundlich: Linoleum erobert Wohnräume
(Foto: Studio Ruim / Floris Versterstraat / Daniel Nicolas / BHW Bausparkasse)

1. Linoleum

Vor 150 Jahren erfunden, erlebt Linoleum als besonders nachhaltiger Bodenbelag eine Renaissance. Nach alter Rezeptur, aber im modernen Design, garantiert das langlebige Material Räumen einen neuen und gesunden Auftritt.
Knalliges Rot oder Blau, uni oder gemustert: Linoleumböden sind wieder gefragt. Mit rund neun Millionen verkauften Quadratmetern jährlich ist Deutschland der größte Einzelmarkt. Viele Inneneinrichter bevorzugen glatte Böden aus Linoleum, weil sie Räume optisch vergrößern und durch besonders angenehme Fußwärme überzeugen. Linoleum ist wegen seiner ökologischen Vorzüge sehr beliebt. Es wird zu 80 Prozent aus den natürlichen Rohstoffen Leinöl, Holz-, Kalksteinmehl und Jute hergestellt und ist frei von Weichmachern und gesundheitsschädigenden Lösungsmitteln. Zudem binden ein Teil der verwendeten Rohstoffe während ihres Wachstums durch Fotosynthese das Treibhausgas CO2 und bilden so einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Schwer entflammbar und trittschalldämmend eignet sich das Material als Bodenbelag für Kinderzimmer, Küche, Wohnzimmer oder Homeoffice. Wegen seiner antibakteriellen Wirkung schützt es auch Allergiker. Je nach Beanspruchung zwischen zwei und vier Millimeter dick, verträgt es sich auch gut mit einer Fußbodenheizung.

SPACHTELBODEN: Ursprünglich nur in der Industrie verwendet, werden nun immer beliebter im Privatbereich
GUSSBODEN: Leuchtende Farben und glatte Flächen: Gussböden sind stark im Kommen
(Foto: www.bertramboelkow.com / Bertram Bölkow / BHW Bausparkasse)
SPACHTELBODEN: Erst gegossen, dann gespachtelt. So entstehen interessante Farbgestaltungen

2. Gussböden oder Spachtelböden

Glatt, robust und pflegeleicht: Bislang kamen Gussböden, als nachhaltige Bodenbeläge, eher in Fabriken und großen Hallen zum Einsatz. Jetzt werten sie in kräftigen Tönen auch private Wohnräume auf.

Gussböden werden mittlerweile in einer Materialzusammensetzung angeboten, die auf natürlichem Pflanzenöl statt auf Erdöl oder Kunststoff basiert. Sie setzen keine Schadstoffe frei – das macht sie jetzt auch für Wohnräume attraktiv. Die Farbpalette bietet unbegrenzte Möglichkeiten und kann individuell bestimmt werden. Besonders beliebt ist ein neutrales Grau im Betonlook, zunehmend kommen kräftige Farbtöne ins Spiel, als Grundlage für ganz unterschiedliche Einrichtungsstile. Wegen ihrer glatten Oberfläche eignen sich Gussböden besonders gut für Bad und Küche. Sie sind leicht zu reinigen und für Allergiker geeignet. Gussböden lassen sich mit einer Fußbodenheizung kombinieren, ideal für alle, die gern barfuß unterwegs sind. Im Sommer bieten sie zudem einen angenehm kühlen Untergrund. Die neuen Böden sind recycelbar. Dazu wird der Belag zerkleinert und wieder zu einem Guss verarbeitet. Beim Kauf empfiehlt es sich, auf umweltfreundliche Herstellungsverfahren zu achten.

3. Kork

Kork ist ein Werkstoff mit herausragenden Eigenschaften. Er vermittelt eine weiche, warme Haptik, ist elastisch, besitzt eine sehr gute isolierende Wirkung und ist undurchlässig gegen Flüssigkeiten. Kein Wunder, dass Kork auch als Flaschenverschluss benutzt wird. Neben den schon genannten Eigenschaften ist er außerdem noch praktisch, ein 100 Prozent natürlicher, nachwachsender Rohstoff und mit seiner angenehmen Oberfläche eignet er sich auch als nachhaltiger Bodenbelag und idealer Werkstoff rund ums Wohnen.

Beim Verlegen sollte darauf geachtet werden, dass bei zu verklebenden Böden der Klebstoff schadstoffarm ist. Es gibt auch hier praktische Klicksysteme.

HOLZ: … ist nach wie vor beliebt als nachhaltiger Bodenbelag

4. Holz – aus heimischen Wäldern

Zu den beliebtesten Bodenbelägen gehört Holz-Parkett. Holzböden sind Naturprodukte und halten bei guter Pflege 50 Jahre und mehr. Pro Quadratmeter liegen die Kosten zwischen 30 und 80 Euro. „Dabei sollte man auf das FSC-Siegel achten. Es garantiert die Herkunft aus ökologisch intakten Wäldern. Das Verwenden heimischer Hölzer schont zudem durch kurze Transportwege auch die Umwelt.

Holz ist von jeher die 1. Wahl bei der Materialauswahl für einen nachhaltigen Bodenbelag. Parkettboden ist wohngesund, gemütlich, und wirkt unvergleichlich edel. Fertigparkett ist langlebig und durch seinen Aufbau sehr robust.

Die Vorteile:

  • einfach zu verlegen
  • angenehm fußwarm
  • für Fußbodenheizung geeignet
  • geringer Pflegebedarf
  • sehr lange Haltbarkeit
  • mehrfach abschleifbar hohe Wertbeständigkeit
  • charakterstarke Optik

Anstatt Holz mit chemischen Stoffen zu versiegeln oder mit Lacken zu streichen, kann es mit natürlichen Ölen und Wachsen behandelt werden. Holzböden lassen sich bei starker Beschädigung gut abschleifen und reparieren, und halten bei guter Behandlung viele Jahrzente. Wenn die Böden stets gut mit Wachs oder Öl behandelt sind, haben sie immer eine gute Wasserabweisung. Sollte doch einmal ein Wasserfleck entstanden sein, einfach mit Kernseifenwasser reinigen und anschliessen grossflächig ölen oder wachsen.

E X T R A : Nachhaltiger Bodenbelag für Mieter

Als Mieter überlegt man sich mehrfach ob man einen nachhaltigen somit teuren Bodenbelag wählen sollte. Achtet einfach darauf, dass euer Bodenbelag wieder entfernt werden kann (nicht verkleben!), so könnt ihr den Boden, sollte der Vermieter oder Nachmieter euch keinen Abstand dafür zahlen wollen, einfach ausbauen und mitnehmen. Hierfür eignen sich alle Klicksystem-Varianten.

NATURSTEIN: Nicht immer antik anmutend

5. Natursteinstein

… ist zeitlos schön. Er ist wasserabweisend, daher der ideale Bodenbelag im Badezimmer und Küche. Seine Langlebigkeit macht Naturstein zu einer nachhaltigen Boden-Variante. Allerdings ist Stein individuell und deshalb in den meistenn Fällen nicht erneuerbar.

Granit oder Marmor aus nicht europäischen Ländern, der unter mehr als fraglichen Bedingungen tief aus der Erde gewonnen wurde, ist selbstverständlich nicht nachhaltig. Es kommt also stark auf die Herkunft und Art der Gewinnung des Natursteins an. Eine nachhaltigere Wahl ist z. B. Sandstein oder Schiefer aus der Umgebung, denn diese Arten befinden sich generell näher an der Erdoberfläche und können mit geringeren Transportwegen versand werden.

Vorausschauend investieren!

Bei der Entscheidung für einen Bodenbelag, sollte man auch die Lebensdauer der verwendeten Materialien, im wahrsten Sinne des Wortes, einpreisen. Ob man den Boden bereits nach einigen Jahren von einem Handwerksbetrieb komplett austauschen lassen muss oder noch einmal abschleifen kann, beeinflusst sowohl die Kosten als auch die Umweltbilanz.

2 Gedanken zu “5 nachhaltige Bodenbeläge – für euch ausgesucht und beschrieben!

  1. Wir wollen nachhaltige Leben führen und bauen deswegen ein Passivhaus. Vielen Dank für diesen Beitrag mit verschiedenen nachhaltigen Bodenbelägen. Interessant, dass Spachtelböden auf dem natürlichen Pflanzenöl basiert.

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